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Rhein-Romantik zwischen Koblenz und Bingen

Sich einmal wie im Märchen fühlen, während ihr von einer stolz über dem Fluss thronenden Burg auf Wein und Wälder blickt – nichts leichter als das im Oberen Mittelrheintal. Zwischen Koblenz, Bingen und Rüdesheim begleitet den Rhein eine einzigartige Kulisse aus erhabenen Burgen, weinbewachsenen Hängen und dramatischen Flusslandschaften. Kein Wunder, dass die UNESCO-gekrönte Gegend als Inbegriff der Rheinromantik schon Maler und Poeten von Weltrang inspirierte. Der Rheinsteig und der Rheinburgenweg, zwei herrliche Wanderpfade, ziehen sich entlang des Stroms. Doch ob ihr die über 65 Kilometer entlang des Rheins nun per pedes, mit dem Rad oder doch zu Schiff erkunden wollt: Das Obere Mittelrheintal wird euch garantiert begeistern.

Das Deutsche Eck in Koblenz: Hier mündet die Mosel in den Rhein. Bild: bbsferrari / Getty Images

Koblenz

Das nördliche Tor zum Oberen Mittelrheintal ist die Römerstadt Koblenz, in der am “Deutschen Eck” die Mosel in den Rhein mündet. Hier startete der englische Maler William Turner im Jahre 1817 seine erste Rheinreise, die ihn durch das gesamte Rheintal bis nach Mainz führte und insgesamt drei Skizzenbücher voller Reiseeindrücke und Zeichnungen füllte. Seine liebsten Motive in Koblenz, die Festung Ehrenbreitstein und die Moselbrücke, könnt ihr noch heute persönlich bewundern. Und nicht nur der Blick von unten auf die Festung beeindruckt: Schwingt euch mit der Seilbahn hinauf auf die Befestigungsanlage und genießt das fantastische Panorama aus der Vogelperspektive.

Die Rheinschleife in Boppard. Bild: saiko3p / Getty Images

Boppard

Während William Turner seinen Weg damals zu Fuß am westlichen Rheinufer entlang mit den Burgen Stolzenfels und Lahneck fortsetzte, gelangt ihr auch bequem mit dem Schiff oder Zug von Koblenz nach Boppard. Um das lebhafte Städtchen herum zieht sich die größte Rheinschleife, die als Bopparder Hamm auch als Weinbaugebiet bekannt ist. Unbedingt probieren: Riesling, der hier einen ganz speziellen eigenen Charakter entwickelt. Zum Flanieren und Entdecken laden u.a. die Rheinpromenade, die Ruine des spätrömischen Kastells und die Kurfürstliche Burg ein. Mit einem Sessellift könnt ihr zum Gedeonseck hinauffahren und dort die Rheinschleife von oben sehen.

Aktiv-Tipp: Für einen einzigartigen Rheinblick wagt ihr euch auf den Mittelrhein-Klettersteig.

Die Burg Katz, dahinter der Loreley-Felsen. Bild: Matteo Colombo / Getty Images

St. Goarshausen

“Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…” – Heinrich Heines Gedicht, später auch als Lied vertont, ist eines der berühmtesten Werke über die Loreley. Den imposanten Schieferfelsen bei St. Goarshausen umspült eine mächtige Strömung, früher Grund für viele Schiffsunglücke. In der von Clemens Brentano erdachten Sage soll die ebenfalls Loreley genannte Schönheit ihre Finger im Spiel gehabt haben, indem sie die Seeleute mit ihrem Äußeren betörte. Heute können Boote die Strömungen natürlich sicher passieren. Wer sich das Rheinschauspiel dennoch lieber aus der Ferne ansieht, blickt von der Plattform auf dem Felsen weit über den Flusslauf und die umliegenden Hügel. St. Goarshausen selbst mit seinen mittelalterlichen Gässchen und der Burg Katz ist darüber hinaus überaus sehenswert, auch ein Abstecher ins Fachwerkstädtchen St. Goar auf der gegenüberliegenden Rheinseite lohnt sich.

Oberwesel, ein weiteres Kleinod am malerischen Rhein. Bildquelle: manfredxy / Getty Images

Oberwesel

Mit Oberwesel erwartet euch die “Stadt der Türme und des Weines”, ebenfalls mittelalterlich geprägt und idyllisch am Rhein gelegen. Hier begebt ihr euch auf eine Zeitreise: Zwischen Schönburg, Liebfrauenkirche, Martinskirche und der begehbaren Stadtmauer mit 16 Wehrtürmen gibt es viel zu sehen. Auf der wohl am besten erhaltenen Ummauerung am Mittelrhein könnt ihr bei herrlicher Aussicht spazieren. Welterbegärten wie der Klostergarten Minoritenkloster oder der Stadtmauergarten Schönburg laden zum Verweilen ein. Oberwesel bildet zudem die perfekte Kulisse für das Mittelalterliche Spectaculum, ein fantastisches Fest voller historischer Brauchtümer und Spezialitäten.

Verzauberte den Schöpfer von “Les Misérables”: Bacharach am Rhein. Bild: Hans-Peter Merten / Getty Images

Bacharach

Der französische Schriftsteller Victor Hugo erkannte während seiner Rheinreise schnell: Mit Bacharach lag “eine der schönsten Städte der Welt“ vor ihm. Überzeugt euch selbst vom Charme des mittelalterlichen Fachwerkstädtchens mit seinen historischen Gassen, hübschen Fachwerkbauten und der weitgehend intakten Stadtmauer. Stolz thront die imposante Burg Stahleck über Bacharach, unzählige Weinreben zieren die Hänge um sie herum. Den Bacharacher Wein könnt ihr in den örtlichen Gaststuben probieren. Spätestens dann werdet ihr Victor Hugo zustimmen: “Wenn die Sonne eine Wolke beiseite streicht und aus einem Dachfenster des Himmels blickt, so ist nichts so anziehend wie Bacharach.”

Blick von der Burg Ehrenfels auf den Rhein, im Hintergrund Bingen. Bild: Matteo Colombo / Getty Images

Rüdesheim & Bingen

Im Süden bilden das rheinland-pfälzische Bingen und das hessische Rüdesheim den Abschluss des Oberen Mittelrheintals. Im südlichen “Tor zum Mittelrhein” spielt der Weinbau ebenfalls eine zentrale Rolle: Rüdesheim beherbergt zahlreiche Weinstuben in der Drosselgasse und in Bingen treffen mit Rheinhessen, Nahe, Rheingau und Mittelrhein gleich vier Anbaugebiete aufeinander. Auch in Sachen Kultur gibt es viel zu entdecken. Auf der hessischen Seite thronen die Germania-Statue, die Burg Ehrenfels und das Niederwald-Denkmal über dem Rhein, in Bingen könnt ihr u.a. den Mäuseturm, die Drususbrücke und die Burg Klopp besichtigen.