Finnland Banner 2

Finnland: Wo das Glück zuhause ist

Finnland muss man einfach lieben. Das Land der Mitternachtssonne und der eigentümlichen Sprache ist perfekt, wenn ihr viel für Wälder und Seen übrig habt, wenn ihr euch gesund ernähren und gesund schwitzen und einfach auf das Wesentliche besinnen möchtet. Immer wieder wird die nördliche Nation zum glücklisten Land der Welt gewählt. Doch wie kommt das? Liegt es am finnischen Superfood? Am finnischen Kaffee? Sind die weiten Landschaften für die Glückseligkeit verantwortlich oder doch das magische Licht im Norden? Das alles stimmt.

Lest weiter und findet heraus, was das Land ausmacht und lasst euch von den weiten Landschaften Finnlands und der ganz eigenen Lebensweise der Finnen inspirieren.

Wälder, überall

Kennt ihr schon das Waldbaden? Der Begriff kommt ursprünglich aus Japan, dabei geht es darum, die Atmosphäre eines Waldes mit allen Sinnen in sich aufzunehmen. Achtet auf die Ruhe, nehmt das kühle Waldinnenklima wahr, lasst eure Augen schweifen, fühlt Texturen von Baumrinde, Moos und Farnen… Ein Aufenthalt im Wald senkt euren Blutdruck und reduziert das Stresslevel. Über 65% von Finnland sind von Wald bedeckt und dank des Jedermannsrechtes jedem frei zugänglich. Vom Süden zum Polarkreis, der Nuuksio-Nationalpark in der Nähe von Helsinki ebenso wie der Pallas-Yllästhurni-Nationalpark, in dessen Taigawäldern Ihr die sauberste Luft Europas atmet. 

Sonnenuntergang im Wald von Turtola. Bild: Michael Matti

Wilde Tiere sichten

In ebenjenen Wäldern und Nationalparks habt ihr immer wieder die Chance, Wildtiere und Vögel in unberührten Landschaften zu sichten. Darunter sind endemische Arten, wie die Saimaa-Ringelrobbe, aber auch klassisch europäische Waldbewohner, wie Wölfe und Luchse, beide jedoch scheu und selten anzutreffen. Ähnlich menschenscheu sind die 1.500 Bären des Landes, die die Finnen verehren; ab Juni sind diese Braunen mitten in ihrer Paarungszeit. Wenn ihr in den Norden des Landes vordringt, dürft ihr auf Hermeline, Vielfrasse und Bartkäuze gespannt sein. 

Braunbären. Bild Visit Finland

Land der 1000 Seen

Bereits ein Blick auf die Karte erklärt den Namen: Insgesamt 188.000 Seen sind es, die das nördliche Land besprenkeln, vom Stadtgebiet Helsinkis bis zum Inari-See in Lappland. Die meisten befinden sich in der Seenplatte, dem größten zusammenhängenden Seegebiet Europas, das auf Hunderten von Kilometern vor Inseln, Flüssen, Kanälen und Wäldchen strotzt. Darunter der Saimaa-See, ein Gigant mit Tausenden von Inseln und 14.000 km an Küste. Ein weiterer beliebter See ist Kallavesi bei Kuopio, vor allem bei Bootsfahrern, die von hier bis nach Savonlinna im Süden segeln.

Einer der vielen finnischen Seen. Bild: Visit Finland

Mitternachtssonne und Nordlichter

Im Sommer sind es die weißen Tage, die von Mai bis August ständiges Sonnenlicht verheißen. Im Winter sind zieren magischen Nordlichter zwischen September und März fast jede zweite Nacht den Nachthimmel. Vor allem Finnisch-Lappland ist das Land des Lichtes, dort steht die Sonne an mehr als zwei aufeinanderfolgenden Monaten über dem Horizont, wenn die Natur die harten Wintermonate mit der Mitternachtssonne vergilt. Die Sonne selbst ist nur hinter dem Polarkreis sichtbar, die Nächte sind jedoch überall weiß, die Grenzen zwischen Nacht und Tag verschwimmen angenehm. Auch ohne die üblichen Festivals und Events in den Sommermonaten ist dieses Phänomen ein Event. Die Sonne ist rötlich wie beim Untergang – verlängert euren Tag, schwimmt, wandert und beobachtet Vögel, die sich nicht wie sonst ins Dunkel hüllen. Wie kann man sich in diesem endlosen, faszinierenden Licht nicht glückselig fühlen? 

Mitternachtssonne. Bild: Visit Finland

Ökotourismus und besondere Übernachtungen

Der finnische Ökotourismus boomt, was auch an der großen Anzahl an Bio-Bauernhöfen liegt, die Landidylle und Bio-Lebensmittel perfektioniert haben. Ein perfekter Urlaub, wenn ihr es einfach und naturnah liebt. Vielerorts – wie in Puukarin Pysäkki in Karelien – werdet ihr mit Bio-Gemüse und selbstgebackenem Brot verwöhnt. Natürlich darf die Sauna nicht fehlen – an der Kräuterfarm Frantsilak kommt ihr in den Genuss von Blumenfeldern, Torfsaunen und finnischer Land-Wellness.

Oder lieber im Glasiglu unter freiem Himmel? Aufwachen mit der Mitternachtssonne – die berühmten Glasunterkünfte sind im ganzen Land verstreut. Wenn es euch nach Digital Detox und Wildnis verlangt, könnten Villen oder klassische Ferienhäuser wie Hawkhill ansprechend sein. Gigantisch sind schließlich die Eindrücke am Arctic Giant Birdhouse Hotel, hoch am Fjell, vor allem in der kälteren Jahreszeit.

Sommerhaus in Finnland. Bild: Visit Finland

Slow Food, Pilze und Beeren

Slow Food ist aus der finnischen Küche nicht wegzudenken. Dank strenger Umweltauflagen sind finnische Lebensmittel sehr sauber, die kurze Wachstumsperiode nahe der Arktis macht sie besonders geschmacksintensiv. Das Sammeln von Pilzen und Beeren ist dagegen so etwas wie finnischer Nationalsport. Die Beeren gehören zu den Superfoods und sind voller Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren, dazu mit gesunden Antioxidantien und Flavonoiden angereichert. Blaubeeren sind überall zu finden, vor allem im Juli und im August. Die finnische Moltebeere, lakka, wächst in den Sümpfen des Nordens, ist hellorange und säuerlich-frisch im Geschmack. Dank des Jedermannsrechts darf jeder überall sammeln gehen. Die Pilzsaison geht von Mai bis November, dabei werden die besten Plätze oft als Familiengeheimnis gehütet. 

Frische Pfifferlinge. Bild: Visit Finland

Kaffeeliebe

Lange dunkle Winter und heißer dunkler Kaffee – das Nationalgetränk ist so heiß geliebt, dass die Finnen davon jährlich 12 Kilo pro Kopf konsumieren, mehr als jede andere Nation. Das wärmende Getränk wirkt als Stimmungsaufheller und ist Motor für soziale Interaktionen, gern genossenes Festgetränk und für viele Finnen mit nostalgischen Erinnerungen beladen. Am liebsten wird der kahvi als helle Röstung getrunken, mit etwas Milch um die Säure zu dämpfen und einer süßen pulla dazu. Lokale Röstereien und Coffeeshops sind nicht nur in Helsinki beliebt und verbreitet, hier bekommt ihr oft umsonst Fairtrade-Kaffee nachgeschenkt.

Finnen lieben ihren Kaffee. Bild: Julia Kivela

Jedermannsrecht

Das finnische Jedermannsrecht sieht vor, dass sich jeder Mensch in der Natur frei bewegen darf. Das schließt Wandern und Skifahren, Biken und Bootfahren ein, auch dürfen Pilze, Beeren und Blumen gepflückt und Fische geangelt werden. Kurzfristiges Campen ist ebenfalls erlaubt, vorausgesetzt, man hält eine angemessene Distanz zu bewohnten Häusern ein. Kurz gesagt: Was die Natur nicht schädigt, ist erlaubt. Behandelt euer Umfeld mit Respekt, hinterlasst keinen Müll, stört keine Tiere und verlebt eine gute Zeit in Finnlands Natur. 

Im Yllästhurni-Nationalpark.

Sauna-Glück

Ganze drei Millionen Saunen sind im Land verteilt, quasi eine Sauna für jedes paar Einwohner. Um zu erfahren, warum die Finnen so glücklich sind, ist eine Runde schwitzen verbunden mit Abkühlung im nahen See unerlässlich. Im Winter darf der Saunagang dann mit einer Runde Eis-Schwimmen oder im Schnee wälzen kombiniert werden. So wird Entschlackung und Reinigung mit Anregung des Kreislaufs kombiniert. 

Vasti oder Vihti, die Birkenzweige zum Abklopfen. Bild: Emilia Hoisko

Die Rauchsauna gilt als die traditionellste Form der finnischen Sauna. Das Einheizen mit Holz dauert länger, das Ergebnis ist jedoch ein ungewohnt sanftes Saunaerlebnis. Sehr weit verbreitet außerhalb von Städten ist die holzbeheizte Sauna, die sehr oft mit Birkenholz befeuert wird. Genau das ist der Typus, den viele Finnen in ihren Sommerhäusern vorziehen. Anders als die Rauchsauna gibt es hier einen Schornstein und das Aufheizen der Sauna geht schneller vonstatten. Ungewöhnlicher ist die Eissauna. Aus dicken Eisblöcken gebaut wird hier der Ofen außerhalb beheizt und erst später hineingetragen, damit das Häuschen nicht so schnell schmilzt. 

Löyly in Helsinki. Bild: Visit Finland

Eine der bekanntesten Saunen landesweit ist Löyly in Helsinki. Schon von weitem zieht die auffällige Holzfassade den Blick auf sich; das simple und wirkungsvolle Sauna-Menü sorgt mit Rauchsauna und einer holzbeheizten Sauna für wärmende Erlebnisse. Aber das Beste an Löyly ist vielleicht seine Außenterrasse, wo der Blick ungehindert im Angesicht der finnischen Ostsee meditieren kann.

Die Kuurakalltio Sauna in Lappland liegt sehr weit nördlich – so weit, dass dort die Mitternachtssonne und die Nordlichter im harmonischen Wechsel die Jahreszeiten ausleuchten. Besonders im Winter ist diese Sauna ein Magnet, was nicht zuletzt am Kiilopää-Berg in ihrer Nähe liegt. Ihr habt ein Herz für Geschichte? Dann auf nach Tampere, wo die älteste, noch in Betrieb stehende öffentliche Sauna Finnlands zu finden ist. Genauso wie in ihrem Baujahr 1906 wird die Rajaportin Sauna noch heute mit Holz beheizt und ist nach fünf Stunden bereit für Gäste. 

Dieser Artikel wurde in Kollaboration mit Visit Finland erstellt.

Zu den Finnland-Angeboten