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Ein Guide zu Bayerns schönsten Wasserfällen und Klammen

Aufregend, anmutig und imposant: Tosende Wasserfälle, eindrucksvolle, brausende Kaskaden und rauschende Wildbäche zwischen hohen Felswänden, sogenannte Klammen, finden sich auch hierzulande. So zum Beispiel im wundervollen, bayerischen Bergland. Gerade bei hohen Temperaturen freut man sich über die eine oder andere Abkühlung und die ist bei einer Wanderung zu Bayerns schönsten Wasserfällen und Klammen gewiss.

Auf spannenden Rundwegen und abenteuerlichen Pfaden darf eines aber nicht fehlen – festes Schuhwerk. Eine Regenjacke schadet bei diesen besonderen Erkundungstouren auch nicht, denn zwischen den Felsformationen kann es auch mal kalt werden.

Lechfall. Bild: Jan Harenburg/Wikimedia Commons

Lechfall 

Der Lechfall ist ein imposanter, kaskadischer Wasserfall. Er befindet sich am südlichen Stadtrand von Füssen. Der Wasserfall und seine Schlucht haben ihren Ursprung vor rund 12.000 Jahren, auch die römische Via Claudia Augusta führte hier entlang. Somit besitzt dieses Ausflugsziel wahrhaftig historischen Wert. An einer kurzen, aber besonders tief eingeschnittenen Klamm durchbricht der Lech einen Felsriegel und stürzt tief hinab in eine Schlucht. Trotz menschlicher Einwirkung kann man heute noch die überströmende Wehr an einer angelegten Staustufe bewundern, die um Füssen herum führt. Über den Auwaldpfad wird dieser Ausflug zu einem erlebnisreichen Spaß für die ganze Familie. Hier lernen und erleben Klein und Groß nicht nur, warum das Wasser des Lech so unfassbar türkis glänzt, auch wissenswerte Fakten über den Lech und den umliegenden Auwald werden spielerisch beim kreativen Überqueren auf einem Floß vermittelt.

Über den sanierten Maxsteg bietet sich ein beeindruckender Blick auf den fünfstufigen Lechfall. Von der barrierefrei zu erreichenden Plattform am Ostufer haben auch Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, die Möglichkeit mit bestem Blick das tosende Spektakel zu bestaunen.

Partnachklamm. Bild: Getty Images.

Partnachklamm

Die Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen beeindruckt schon am Eingang. Durch einen Stollen folgt man der Partnach und wird vom eindrucksvollen Tosen der Wassermassen begrüßt. Auf einer Länge von 699 m geht es am kühlen Felsmassiv entlang, welches streckenweise bis zu 80 m in die Höhe ragt. Hinter jeder Ecke und Wendung warten neue Gesteinsformationen darauf entdeckt zu werden, insgesamt durchquert man 9 Tunnel und bekommt auf eindrucksvolle Weise die Naturgewalt der knapp 10.000 Jahre alten Partnachklamm vor Augen geführt.

Um zur Klamm zu gelangen, bedarf es nicht mehr als einem rund 20 min langen Spaziergang oder ihr legt den Weg in einer Pferdekutsche zurück. Auf dem Rückweg bietet sich der Rundwanderweg über die Kaiserschmarnalm und die Eiserne Brücke an. Von der Brücke winkt ein gut einsichtiger Blick auf die Klamm von oben. 

Übrigens ist die Partnachklamm auch im Winter einen Besuch wert, dann gleicht sie einer verwunschenen Winterlandschaft. Aber unbedingt an warme Winterkleidung denken.

Lainbachfall. Bild: GettyImages.

Lainbachfall

In Kochel am See verspricht ein Rundwanderweg nicht nur einen, sondern gleich zwei Wasserfälle. Der Lainbach hat seinen Ursprung in den bayerischen Voralpen. Dieser kleiner Bach am Kochelsee hat es in sich, denn gleich an zwei Stellen stürzt er in hohem Bogen imposant in sein Wasserbecken. Kristallklares Wasser lässt bis auf den Grund blicken und mit etwas Glück entdeckt ihr die eine oder andere Forelle. 

Schon nach rund 15 min auf dem leichten Wanderweg gelangt ihr zu den Lainbachfällen. Am unteren Wasserfall fließt das kühle Nass auf etwa 12 m hohen Kaskaden stufenweise abwärts, der obere Lainbach-Wasserfall fällt malerisch tief in einen Gumpen, der wundervolle Fotomotive und auch eine willkommene Abkühlung bietet.

Ein besonderes Highlight: Je nach Tageszeit und Lichteinfall zeigt sich der obere Lainbachfall in ständig wechselndem Gewand, weshalb sich ein Besuch zu jeder Tages- und Nachtzeit lohnt. An klaren Vollmondnächten herrscht am Becken eine beinahe mystische Atmosphäre.

Leutaschklamm. Bild: GettyImages.

Leutaschklamm

Die Leutaschklamm liegt recht versteckt im Grenzwald des Karwendelgebiets zwischen Tirol und Bayern. Ihre Besonderheit: Sie lässt sich gleich aus zwei Perspektiven erleben. 

Um mit spektakulärer Aussicht zur Leutaschklamm zu gelangen, empfiehlt sich der Koboldpfad. Diesem folgt ihr am besten im Uhrzeigersinn, um in den Genuss der spaßig-spannenden Infotafeln rund um die Entstehung der Leutaschklamm und deren Geheimnisse zu kommen. Neben einem tollen Ausblick auf den Mittenwald lässt sich die Leutaschklamm nur einen Kilometer weiter aus der Vogelperspektive auf der beeindruckenden Panoramabrücke erleben. Eindrucksvoll bestaunt ihr die tosenden Wogen aus ungewohnter Perspektive – satte 40 m nach unten geht der Blick in den Abgrund und er ist nichts für schwache Nerven. Doch es lohnt sich. Smaragdgrüne Wassermassen bahnen sich majestätisch ihren Weg zwischen Felsformationen und Baumwipfeln. Die rund 50 m lange Panoramabrücke führt entlang des Gesteins und ist natürlich ausreichend gesichert. 

Hautnah erlebt ihr die Leutaschklamm dann auf der Tiroler Geisterklamm, zu ihr gelangt man auch auf weniger spektakulären Pfaden, weshalb dieser Ausflug auch etwas für die ganze Familie ist. Dank des Erlebnispfades bereitet die Geisterklamm auch Kindern große Freude und bietet unter anderem mit einem Spiegelkabinett auch den kleinen Besuchern die Möglichkeit die Leutaschklamm eindrucksvoll zu beleuchten und zu verstehen.

Abenteuerlustige bestaunen den Flussverlauf der Leutascher Ache über den Wasserfallsteig, erklimmen den historische Holzweg und erleben tosende Wassermassen und sprudelnde Wasserfälle aus nächster Nähe – ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt.

Wimbachklamm. Bild: GettyImages.

Wimbachklamm

Wildromantisch und ganz natürlich geht es an der Wimbachklamm zu. Das gewaltige Hochtal zwischen Watzmann und Hochkalter birgt eine enge Schlucht, gezeichnet durch die letzte Eiszeit, in die sich die Wimbachklamm ergießt. Im hinteren Wimbachtal fließt das Wasser noch unterirdisch und ist von trockenem Schotter bedeckt. An manchen Tagen kann man vereinzelt sogar an der Oberfläche leichte Rinnsale beobachten, weshalb ein aufmerksamer Blick während der Wanderung ratsam ist.

Umso näher ihr der Wimbachklamm jedoch kommt, umso deutlicher macht sich das Brausen des Wassers bemerkbar. Begleitet von der tosenden Geräuschkulisse dringt das Wasser des Wildbaches an die Oberfläche, stürzt steil hinab und ergießt sich rund 200 m tief in die enge Felsschlucht. Die Wimbachklamm befindet sich im Nationalpark Berchtesgaden an der Grenze zu Österreich. Dort lohnt sich auch ein Besuch im sogenannten Zauberwald, ein wunderschönes Geotop, das durch einen gewaltigen Felssturz vor rund 3.500 Jahren entstand. Auf dem Naturlehrpfad erfahrt ihr mehr über den mit bizarren Fichtenformationen bewachsenen Wald.

Röthbachfall. Bild: berchtesgaden.de

Röthbachfall

Deutschlands höchster Wasserfall, der Röthbach-Wasserfall, weist eine Gesamtfallhöhe von beeindruckenden 470 m auf und stürzt an der Röthwand in die Tiefe. Schon aus der Ferne ist dieser Wasserfall ein beeindruckendes Naturschauspiel.

Um den Röthbachfall auch aus nächster Nähe bewundern zu können, fahrt ihr am besten über den Königssee bis zur Saletalm und macht euch dann zu einer rund 3 km langen Wanderung in Richtung Obersee auf. Vorbei an den majestätischen Ufern des Obersees und entlang der steilen Felswände, durchquert ihr die Fischunkelalm und kommt nach einem kleinen Waldstück an das sehnlich erwartete Ziel. Imposantes Wassertosen und der Blick tief hinunter ins Tal belohnen für den aufwendigen Weg. Dank der etwas komplizierter zu erreichenden Lage blieb der Röthbachfall weitestgehend von der touristischen Erschließung verschont und zeigt seine beeindruckende, natürliche Schönheit so, wie schon seit Jahrhunderten.