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Die faszinierendsten Wasserfälle rund um die Welt

Tosende Wassermassen, ohrenbetäubendes Rauschen und erfrischende Wasserspritzer im Gesicht – in Zeiten von Kontaktverbot und Selbstisolation sehnen sich viele nach einem Abenteuer. Die Vorstellung, neben einem majestätischen Wasserfall zu stehen, gestaltet sich dabei als herrlicher Tagtraum. Ihr findet die imposanten Naturwunder in sämtlichen Formen und auf allen Kontinenten – lasst euch von uns zu den spektakulärsten Wasserfällen führen.

Niagarafälle. Foto: iStock/ValentinaFa

Niagarafälle (Kanada/USA) 

Wie viele der bekanntesten Wasserfälle der Welt bilden die Niagarafälle eine natürliche Grenze zwischen zwei Ländern: So trennt das Naturspektakel in diesem Fall die kanadische Provinz Ontario und den US-Bundesstaat New York. Die Niagarafälle bestehen aus den drei separaten Wasserfällen Bridal Veil Falls, American Falls und Horseshoe Falls. Letzterer, der auch Canadian Falls genannt wird, ist mit 54 Metern Höhe und 920 Metern Breite der größte des kolossalen Trios. Echten Nervenkitzel bietet hier ein Ausflug mit dem klassischen Dampfschiff “Maid of the Mist”, das euch direkt unter die tosenden Wassermassen führt. Um dieses feuchtfröhliche Abenteuer unbeschwert genießen zu können, solltet ihr auf jeden Fall einen schützenden Poncho im Gepäck haben und sicherstellen, dass eure Kamera wasserdicht ist.

Neben bis zu 30 Millionen Touristen jährlich zieht der Sightseeing-Hotspot auch einige Draufgänger an. Zu den berühmtesten Abenteurern zählt die US-amerikanische Lehrerin Anne Taylor, die sich 1901 als erste Person in einem Fass aus Eichenhölzern die Horseshoe Falls hinab stürzte. Wenig später stieg nicht nur sie selbst unversehrt aus ihrem Gefährt, sondern auch ihre Katze, mit der sie diese unvergessliche Erfahrung unbedingt teilen wollte. 

Salto Ángel. Foto: GettyImages/Jay Dickman

Salto Ángel (Venezuela)

Mitten im fast undurchdringlichen Regenwald im Südosten Venezuelas liegt der Salto Ángel, der als höchster freifallender Wasserfall der Welt gilt. Die Ureinwohner von Pemón bezeichnen die Fälle sogar als “Kerepakupai Vena” – dem Ort des tiefstes Ursprungs. Außerhalb Venezuelas wurde das Naturspektakel erst 1930 durch einen Zufall entdeckt: Der amerikanische Pilot Jimmie Angel stieß bei seiner Suche nach Goldvorkommen auf das rauschende Wunder und traute seinen Augen kaum. Während der Salto Ángel insgesamt 979 Meter hoch ist, stürzen die Wassermassen hier rund 807 Meter in die Tiefe. Auf dieser Strecke türmt die Luft eine große Menge des Wassers auf und sorgt somit für ein einmaliges Naturschauspiel. Obwohl sich die Anfahrt zum Wasserfall beschwerlich gestaltet, ist der unvergleichliche Anblick zweifelsfrei jede Anstrengung wert.

Victoriafälle. Foto: GettyImages/Kelly Cheng Travel Photography

Victoriafälle (Simbabwe/Sambia)

Auch die Victoriafälle markieren die Grenze zweier Länder: Zwischen Simbabwe und Sambia stürzt der Sambesi, der viertgrößte Fluss Afrikas, etwa 108 Meter direkt in eine Schlucht. Während der Regenzeit fallen hier bis zu 9.100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Die daraus resultierende Wasserwolke kann sich dabei rund 1,5 Kilometer in die Luft erstrecken. Kein Wunder also, dass die Victoriafälle auch als “donnernder Rauch” bezeichnet werden. Echte Adrenalinjunkies können je nach Witterungsbedingungen darüber hinaus im sogenannten “Devil’s Pool” schwimmen. Dabei handelt es sich um eine natürlich geformte Wasseranlage entlang der Schlucht, die sich nur wenige Meter vom vertikalen Aufprall der Wassermassen entfernt befindet. Wer das Schauspiel lieber im Trockenen verfolgen möchte, kommt bei einer Safari in einem der nahe gelegenen Naturschutzgebiete auf seine Kosten.

Iguazú-Wasserfälle. Foto: iStock/RicardoKuhl

Iguazú-Wasserfälle (Argentinien/Brasilien)

„Arme Niagarafälle”, soll Eleanor Roosevelt gesagt haben, als sie die Iguazú-Wasserfälle zum ersten Mal sah. Beim Anblick des gewaltigen Naturspektakels in Südamerika können es ihr viele Reisende sicher nicht verübeln. Während der Regenzeit wird die drei Kilometer lange Klippenwand von insgesamt 275 verschiedenen Fällen bedeckt. Damit verbucht dieser magische Ort ein Gesamtwasservolumen von rund 45.700 Kubikmetern pro Sekunde – dreimal so viel wie die Niagarafälle. Iguazú und Niagara haben jedoch auch eine Gemeinsamkeit: So bilden sie beide eine natürliche Landesgrenze, denn Iguazú trennt mit Brasilien und Argentinien zwei Staaten. Einige Meilen weiter westlich befindet sich zudem die Grenze zu Paraguay.

Auf keinen Fall entgehen lassen solltet ihr euch die Fußgängerbrücke, die auf der brasilianischen Seite der Fälle in die Schlucht führt. Hier genießt ihr einen hervorragenden Blick auf die Umgebung. Sollte das eurem Abenteurersinn noch nicht genügen, könnt ihr auch an einer der Hubschraubertouren teilnehmen. Dieses Erlebnis ist jedoch nur in Brasilien möglich, denn Argentinien hat den gesamten Hubschrauberverkehr verboten, um die markante Flora und Fauna der Region zu schützen.

Die spektakuläre Schönheit der Iguazú-Wasserfälle dürfte euch auch aus zahlreichen Hollywood-Filmen bekannt vorkommen. Die einzigartige Location diente u.a. in “James Bond 007 – Moonraker”, “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” sowie “Black Panther” als Kulisse.

Seljalandsfoss. Foto: iStock/DieterMeyrl

Dettifoss, Gullfoss und Seljalandsfoss (Island)

Das Klima der kleinen Vulkaninsel im Nordatlantik begünstigt die Entstehung von Wasserfällen durch extrem viel Regen und dem Schmelzwasser der zahlreichen Gletscher. So wird die Anzahl der Wasserfälle in Island auf etwa 10.000 geschätzt. Unabhängig davon, wohin ihr auf der Insel reist, könnt ihr euch somit auf eine märchenhafte Landschaft freuen.

Auf der dünn besiedelten und kargen Ostseite begeistert z.B. Dettifoss, der nicht nur auf Island, sondern auch in ganz Europa als größter Wasserfall gilt. Wenn eure Route euch hingegen entlang des zum Weltkulturerbe gehörenden Golden Circle führt, gelangt ihr zum fabelhaften Gullfoss: Aus den sogenannten “goldenen Fällen” sollte Mitte des 20. Jahrhunderts ein Wasserkraftwerk werden – zum Glück für alle Touristen blieb dem Naturschauspiel dieses Schicksal erspart. An der Südküste Islands ist der Seljalandsfoss eines der meistbesuchten Ausflugsziele. Das Besondere an diesem Ort ist, dass ihr hinter dem Wasserfall stehen und somit atemberaubende Schnappschüsse einfangen könnt – Kamera also auf keinen Fall vergessen!

Huangguoshu-Wasserfall. Foto: GettyImages/ViewStock

Huangguoshu-Wasserfall (China)

Auch in Asien begeistert ein Wasserfall die Besucher: Der Huangguoshu im Süden Chinas weiß als größter Wasserfall auf dem asiatischen Festland nicht nur mit seinem Ausmaß zu beeindrucken, er erinnert viele Touristen mit seiner Optik auch an Seide oder Perlen. Die chinesischen Tourismusbehörden haben die Schönheit der Region mit dem höchsten Gütesiegel bewertet. Huangguoshu besteht aus 18 unterschiedlichen Fällen, von denen der höchste 78 Meter hoch ist. Entlang des Naturschauspiels verlaufen abwechslungsreiche Wanderwege mit Aussichtspunkten auf verschiedenen Ebenen. Hinter dem Wasserfall befindet sich darüber hinaus ein weiteres beliebtes Wahrzeichen, um das sich viele Mythen ranken: So soll in der 134 Meter hohen Höhle Shuiliandong der Legende nach der Protagonist aus Wu Cheng’ens Roman “Die Reise in den Westen” sein Domizil gefunden haben.