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Blick durchs Schlüsselloch: Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann

Die letzten Monate waren für uns in der Reisebranche sehr prägend. Auch wenn uns bewusst ist, dass für viele von euch das Reisen vielleicht noch nicht im Vordergrund steht, wollen wir euch in unserer Reihe „Blick durchs Schlüsselloch“ zeigen, was für Maßnahmen unsere Hotelpartner ergreifen, damit ihr wieder eine entspannte und erholsame Zeit im Urlaub verbringen könnt. Wir fragen einige unserer beliebtesten Hotels, wie sich Corona auf ihr Geschäft ausgewirkt hat und worauf sie sich am meisten freuen.

Heute sprechen wir mit Stefan Athmann, General Manager vom Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann in Berlin-Grunewald.

Restaurant. Bild: Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann

Wie waren die letzten zwei Monate für Sie? 

Die letzten zwei Monate waren wie eine Achterbahnfahrt. Man wusste gar nicht, was als Nächstes auf einen zukommt. Es war für mich persönlich auch eine sehr lehrreiche Zeit, insbesondere, wenn ich mir mein Team ansehe. Das hat einen großen Zusammenhalt bewirkt, ein richtiger Teamgeist ist entwickelt worden.

Auf der anderen Seite sah ich, wie viele Gäste Verständnis hatten. Die Hotellerie ist nicht mehr die, die es vor Corona war. Die Gäste havben uns bei der Umsettzung der schwierigen Vorgaben, die wir bekommen haben, unterstützt.

Was haben Sie am meisten vermisst und wo haben Sie die Veränderung am meisten gespürt? 

Kein Hoteldirektor findet ein leeres Hotel toll. Plötzlich ist kein Gast mehr da, kein Mitarbeiter da, das Licht ist aus. Das bricht einem wirklich das Herz. Da ist so ein wunderschönes Hotel mit Garten und toll renovierten Zimmern im Patrick Hellmann-Design und plötzlich liegt alles brach. 

Dazu konnte man in dieser Zeit nicht mehr spontan sein. Man musste zum Beispiel einen Restaurantbesuch oder Einkauf im Voraus planen, sehen, ob man eine Maske dabei hat oder Handschuhe. 

Interioransicht. Bild: Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann

Konnten sie die Zeit für etwas Positives nutzen?

Wir haben einige Veränderungen durchgeführt, die wir mit Gästen im Haus nicht hätten durchführen können. Die Pooltechnik wurde aufwendig erneuert, auch das Heizungssystem. Wir haben das Innenleben des Fahrstuhls im Patrick Hellmann-Design aufgefrischt. Nebenbei konnten wir nochunsere Auszubildenden trainieren. 

Wie haben Sie sich auf Ihre Gäste vorbereitet? 

Wir haben viele Vorgaben umgesetzt. Zum einen die Abstandsregelungen: Wir haben Tische und Sitzmöglichkeiten reduziert, auf unserer Außenterrasse haben wir die Tische auseinander gezogen. Wir haben generell vieles in den Garten verlegt.

Auf der Sommerterasse. Bild: Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann

Beim Check-in bekommt jeder Gast von nun an eine von Patrick Hellmann designte Box mit Desinfektionsmittel, Handschuhen und Maske. Wir händigen nun einen Hotel-Knigge an alle Gäste aus. Darin sind alle Maßnahmen aufgelistet, wie das zusätzliche Desinfizieren von Zimmern oder die Schließung des Pools.

Wir erkundigen uns, ob die Gäste Zimmerservice wünschen und sprechen uns mit ihnen bezüglich Frühstückszeiten ab. Zudem haben wir Plexiglasschutz an der Rezeption, sehr viele Aufsteller mit verschiedenen Angaben, zum Beispiel zur Belegung des Fahrstuhls. Das sind viele Änderungen und Dinge, die es vorher nicht so gab. 

Konnten Sie etwas Positives aus dieser Krisensituation ziehen?

Ja, ich persönlich habe gelernt, mir meine Zeit besser einzuteilen. Man kann beispielsweise mit Videokonferenzen Zeit sparen und muss sich nicht jedes Mal persönlich treffen. Ich habe gelernt, wie wenige Dinge man braucht, um zufrieden zu sein. Es ist nicht nötig auf Parties oder in Restaurants zu gehen, wenn man stattdessen zuhause kochen und mit der Familie Zeit verbringen kann.

Ich habe schließlich erkannt, wie talentiert meine Mitarbeiter sind und wie viele Ideen in solchen Krisensituationen ans Tageslicht kommen. 

Champagnerlounge, Bild: Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann

Gab es witzige oder bizarre Situationen in der Zeit?

Meine Bar-Managerin kam auf die Idee, eine GQ Bar-to-Go zu machen, um Cocktails aus dem Fenster zu verkaufen. Wir mussten zuerst sehen, ob es sich rentiert, aber am 1. Mai waren dann insgesamt über 50 Leute da, die einen Cocktail getrunken haben. Das war außerordentlich. 

Ich habe eine weitere lustige Erinnerung, von der Zeit, wo der Lockdown gerade verkündet wurde. Wir mussten wegen Hygienebestimmungen den Pool schließen und leeren. Eines Morgens bei meinem Rundgang sah ich, dass die leitende Hausdame ein Morgenmeeting abhielt, aber daraus mit Musik eine Aerobic-Session für ihre Mitarbeiter veranstaltete, um die Motivation zu erhöhen! 

Außenansicht. Bild: Schlosshotel Berlin by Patrick Hellmann

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich am meisten auf meine Gäste. Auf Stammgäste und natürlich auch auf neue Gäste, die wir glücklich machen wollen. Schließlich freue ich mich sehr auf meine Mitarbeiter. In den letzten Monaten habe ich bestimmt 80% meiner Mitarbeiter nicht mehr gesehen, wir haben uns nur manchmal per Chat verständigt. Wir freuen uns darauf, dass die Normalität zurückkehrt!