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Auf der Suche nach Nordlichtern: Island, Lappland & mehr

Rätselhaft und überirdisch, magisch und mysteriös: Die Nordlichter, auch als Aurora Borealis bekannt, mögen vieles sein, aber vor allem sind sie flüchtig. Während in der Vergangenheit die Yukon-Ureinwohner in ihnen tanzende, menschliche Geister gesehen haben, war es bei den Finnen ein schelmischer Polarfuchs. Schon seit jeher fasziniert dieses unvergleichliche Naturschauspiel die Menschen. Volkstümliche Sagen reichen etliche Generationen zurück. Um die tanzenden Lichter in Island, Lappland oder Norwegen erleben zu können, gibt es einige Dinge zu beachten. Von den besten Stellen bis zur richtigen Ausrüstung, hier findet ihr alle wichtigen Informationen.

Nordlichter in Island. Fotot: Nick_Pandevonium via iStock

Was sind Nordlichter und wie kommen sie zustande?

Obwohl sie wie das Produkt nordischer Götter aussehen mögen, haben die Nordlichter tatsächlich eine rein wissenschaftliche Erklärung (obwohl Wissenschaftler immer noch Schwierigkeiten haben, vorherzusagen, wann sie erscheinen). Wenn geladene Teilchen, die aus der Sonnenatmosphäre freigesetzt werden, in Richtung Erde rasen und mit gasförmigen Teilchen in unserer Atmosphäre kollidieren, kommen diese majestätischen Lichter zum Vorschein. Smaragdgrün farbene Lichter sind Sauerstoffpartikeln in geringer Höhe zu verdanken, während seltenere, rein rote Auroren aus Sauerstoff in großer Höhe stammen und blaue oder violette Auroren das Ergebnis von Kollisionen mit Stickstoff sind.

Wo habt ihr die beste Chance Polarlichter zu sehen?

Da sich Aurora Borealis nahe der Magnetpole zeigt, sind die Nord- (und Süd-) Lichter am leichtesten in Teilen der Nord- (und Süd-) Hemisphäre zu erhaschen. Folglich an Orten, die diesen Polen am nächsten liegen. Wenn ihr nciht gerade Wissenschaftler in der Antarktis seid oder ein Boot habt, das euch in die südlichen Tiefen des Südpazifiks bringt, bietet sich die nördliche Hemisphäre für Auroren weitaus mehr an. Neben Island, Lappland und Norwegen sind auch die Nordwest-Territorien von Kanada, der Yukon, Grönland und Alaska vielversprechende Ausgangspunkte. In Nordschottland oder im Peak District braucht man hingegen etwas Glück oder außergewöhnlich gute Bedingungen.

Neben der geografischen Lage ist die Lichtverschmutzung der wichtigste Faktor, um die tanzenden Lichter am Himmel erkennen zu können. Daher gilt: Je geringer, desto besser. Folglich findet man bessere Bedingungen außerhalb von Städten. Je weiter man von industriellem Licht entfernt ist, desto lebendiger wird das Farbkaleidoskop des Himmels. Ideal wäre ein Abstand von mindestens acht Kilometern zur nächsten Stadt. Darüber hinaus empfiehlt es sich 20 Minuten vorher kein Smartphone zu benutzen, damit sich die Augen an die Dunkelheit anpassen und man die unglaublichen Farben der Lichter bestmöglich erkennen kann.

Nordlichter im finnischen Lappland. Foto: MuYeeTing via iStock

Wann ist die beste Zeit?

Die beste Zeit des Jahres, um Nordlichter zu erleben – insbesondere in Nordeuropa – ist zweifellos der Winter (sagen wir einfach, die Mitternachtssonne ist nicht besonders hilfreich). Länder wie Island, Finnland, Norwegen und Grönland bekommen in den Wintermonaten wenn überhaupt, nur sehr wenig Tageslicht ab. Das mögen zunächst düstere Aussichten sein, doch sie erhöhen die Chance, Nordlichter zu erleben, zehnfach. Die Wetterbedingungen am gewählten Standort spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Ein klarer Himmel, wenig Wind, kein Regen, das sind optimale Verhältnisse für Polarlichter.

Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, haltet mehrere Nächte hintereinander Ausschau. Auf diese Weise spielt das Wetter eine geringere Rolle und ihr verbessert eure Chancen. Zudem gibt es in den meisten skandinavischen Ländern die Möglichkeit, eine geführte Tour zu buchen.

Nordlichter in Grönland. Foto: RubyRascal via iStock

Was sind die Vorteile einer organisierten Tour?

Obwohl es an einigen Orten inzwischen dank Warnsignalen möglich ist, die die Polarlichter rechtzeitig zu erspähen, ist eine geführte Tour mit Experten an der Seite der beste Garant die tanzenden Lichter zu erleben. Denn statt an einem Ort zu verweilen und auf sie zu warten, weiß ein Tourguide, wie er sie aufspüren kann, ganz gleich wo. Das heißt ihr könnt die Lichter womöglich sogar öfter und länger sehen, da euch der Tourguide dorthin führt, wo sie sich zeigen. Das macht die Suche nach den Auroren zu einem unvergleichlichen Erlebnis.

Wie eine solche Tour aussehen kann? Die Optionen reichen von speziellen Jeeps bis hin zu Pferden, Husky-Schlitten oder sogar Schneemobilen. Ihr werdet also nicht nur ein einzigartiges Naturschauspiel sehen (hoffentlich), sondern auch ein Abenteuer erleben. Überdies gibt es einen weiteren Vorteil: Sollte man die Lichter nicht zu Gesicht bekommen, bieten die meisten Unternehmen am folgenden Abend eine zweite Tour an. Somit habt ihr zwei Versuche zum Preis von einem.

Nordlichter-Exkursion mit einem Schneemobil in Norwegen, Longyearbyen. Foto: BublikPolina via iStock

Wie solltet ihr euch vorbereiten?

Es gibt zwei absolute Notwendigkeiten: einen Mantel und eine Kamera. Wenn ihr in den besten Monaten unterwegs seid, tief im skandinavischen Winter, benötigt ihr einige Schichten Kleidung, um den nächtlichen Ausflug in klirrender Kälte zu einem rundum angenehmen Erlebnis zu machen. Es ist wie erwähnt höchst wahrscheinlich, dass ihr euch in Geduld üben musst, ehe die Nordlichter in Erscheinung treten, daher ist warme Kleidung ein Muss.

In Island, Finnland und Norwegen ist es undenkbar, dass die Nachttemperaturen im Winter über Null Grad liegen. Meist liegen sie im Bereich von -5 bis -15 Grad Celsius. Packt euch deshalb mit Handschuhen, Schals etc. gut ein und nehmt vielelcucht sogar einen kleinen Handwärmer mit. Falls ihr euch für eine Tour entscheidet, bietet euch der Reiseleiter womöglich warme Getränke an. Doch wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, bringt einfach selbst eine Kanne heißen Tee mit. Wenn ihr einige Stunden draußen unterwegs seid, werdet ihr dankbar sein.

Egal, ob ihr professionelle Fotografen seid oder nur ein paar Schnappschüsse für Freunde und Familie machen möchtet, eine Kamera solltet ihr in jedem Falle mitnehmen. Ein Stativ und eine DSLR mit Langzeitbelichtung und Nachtmodus hilft euch bessere Ergebnisse zu erzielen, aber ihr könnt natürlich auch ein Smartphone benutzen und die Magie des Nordens in Form eines Zeitraffers einfangen.

Nordlichter über Reykjavik. Foto: sumos via iStock